Das Friendly Fire 7 – Gaming für den guten Zweck

31. Januar 2022 |

Daniel Feldhäuser

Dass Gaming, ein Zeitvertreib, der von vielen außenstehenden Betrachtern eher als wenig produktive Beschäftigung angesehen wird, auch viel Positives bewirken kann, zeigen verschiedene Aktionen schon seit vielen Jahren. Eines der besten Beispiele für soziales Engagement durch die Gaming-Community ist die Spendenaktion Friendly Fire, die seit 2015 jährlich im Dezember stattfindet und auf Twitch im Livestream präsentiert wird. Dabei tritt ein Team verschiedener deutscher YouTuber und Streamer in diversen Games gegeneinander an und gestaltet eine Show, die zwölf Stunden lang die Zuschauer unterhält und neben Gaming auch verschiedene, spaßige Aktionen im Programm beinhaltet. Seit drei Jahren nun wird das Event in Osnabrück in der Esport Factory ausgerichtet. Wie das Event vom 4. Dezember 2021 ablief, wem die Spenden zugutekommen und warum es eine besondere Rolle in der Sphäre des Gaming in Deutschland einnimmt, fassen wir hier für euch zusammen. 

So verlief das Friendly Fire 7 in der Esport Factory in Osnabrück

Wie jedes Jahr war der Hype um das Event, das durch eine klassische Besetzung aus dem Team PietSmiet, Gronkh, Pandorya, MrMoreGamer, Der Heider und fisHC0p auch wieder in Trailern und Ankündigungen beworben wurde, wieder groß. Die Show begann am 4. Dezember um 15 Uhr und wurde, nachdem auch eine Pre-Show stattfand, für ca. 12 Stunden auf dem Twitch-Kanal des deutschen YouTube und Streaming-Altmeisters Gronkh bis 3 Uhr nachts übertragen. 

Das Motto des Friendly Fire 7 war die Spielwelt des Action-Adventure-Shooters Far Cry 6. Ein besonderes Highlight war in diesem Zusammenhang das Set-Design, das die Teilnehmer und Zuschauer gleichermaßen in die Spielwelt des Ubisoft-Titels, der von einer Guerilla-Rebellion auf einer diktatorisch geführten Karibikinsel handelt, eintauchen ließ. 

In der Esport Factory wurde diese Atmosphäre von Mitarbeitern von maze geschaffen, die die Show zusammen mit den Laser Studios produzierten. Mittlerweile gehen die Beschäftigen der Eventlocation in Osnabrück dabei routinemäßig vor: Zum dritten Mal in Folge organisierte man die verschiedenen Aspekte dieser aufwändigen und lange andauernden Show, für die beispielsweise Trainingsräume in der Esport Factory umfunktioniert wurden. Der von Jahr zu Jahr zunehmende Erfolg des Formats ist also auch durch dieses eingespielte Team hinter der Kamera möglich gemacht worden, das zu den Content-Creators, die vor der Kamera das Publikum mobilisieren, mittlerweile auch abseits des Geschäftlichen eine Freundschaft verbindet. So wurde von Team PietSmiet und Co. auch schon das Angebot der Esport Factory zur Übernachtung genutzt, nachdem man bis spät in die Nacht für den guten Zweck beim Gaming und anderen Aktivitäten die Kräfte erschöpft hatte. Besucher und Teams, die die Räumlichkeiten abseits solcher Events buchen, steht diese Möglichkeit sonst auch offen.

Das Konzept für das Event wurde dagegen vom Team PietSmiet entwickelt. Dabei spielte, wie jedes Mal, eine besondere Rolle, welches Unternehmen als Hauptsponsor des Streaming-Events auftrat. Nachdem im vorigen Jahr Ubisoft schon als Hauptsponsor fungiert hatte und das Set-Design durch das Spiel Assassin’s Creed Valhalla geprägt worden war, unterstützte das Entwicklerstudio mit Sitz in Paris in gleicher Weise das Event 2021. Deshalb gestaltete man den Abend dann im Look von Far Cry 6, das einen Monat zuvor erschienen war.

Der Ablauf des Abends war wie gewohnt von planmäßigen Games, Partyspielen aber auch spontanen Aktionen geprägt. So erreichte man beispielsweise schon nach sieben Minuten eine hohe Spendensumme von 125.000 Euro, indem die Teilnehmer, mehr oder weniger erfolgreich, versuchten zu schweigen, bis die ersten 100.000 Euro an Spendengeldern eingegangen waren. Zu den folgenden Events zählten beispielsweise besondere Versionen der Gesellschaftsspiel-Klassiker „Wer bin ich?“ und „UNO“, diverse Interviews, Talkrunden mit den Chats, die den Livestream fleißig kommentierten, eine eigene Version der Spiele aus der Netflix-Serie „Squid Game“ und eine Runde Karaoke, die gegen Ende des Spenden-Streams noch einmal für gute Stimmung sorgen konnte.

Neuer Rekord und neuer Notfallfond

Der eigentliche Zweck des Abends, der Charity-Gedanke, wurde in jedem Fall in vollem Maße erfüllt: In einer neuen Rekordzeit knackte man die Eine-Million-Euro-Marke, die nur durch direkte Spendengelder von Unterstützern aus der Zuschauermenge erreicht wurde und auf die später auch noch ein großer Betrag aus anderen Quellen, zu denen beispielsweise der Vertrieb von Merchandise-Artikeln gehört, addiert wurde. Zum Ende der Veranstaltung kam man auf die beeindruckende Summe von 1.860.000 Euro, von denen allein 1.270.000 durch die Zuschauerspenden generiert wurden.

Die Gelder kamen dieses Jahr, wie schon bei den vorigen Events, wieder mehreren Organisationen zugute, die auf verschiedenen Wegen wohltätige Arbeit verrichten. Folgende soziale Einrichtungen profitierten von diesen großzügigen Spenden:

  • rubicon e.V.
  • Irrsinnig menschlich e.V.
  • Alzheimer Forschung Initiative e.V.
  • Helden e.V.
  • Förderverein für krebskranke Kinder e.V. Köln
  • Hanseatic Help e.V.
  • Tierschutz Lübeck und Umgebung e.V.
  • Friendly Fire Notfallfond

Der letztgenannte Fond, der beim Friendly Fire 7 ins Leben gerufen wurde, soll den Veranstaltern spontane Zahlungen von Hilfsgeldern in Notfällen, wie sie beispielsweise in Form der Flutkatastrophe 2021 auftraten, ermöglichen. Diese angestrebte Flexibilität verdeutlicht die Seriosität, mit der das angegebene Ziel verfolgt wird: wirklich den Menschen zu helfen, die besonders hilfsbedürftig sind. Mit gleicher Motivation hatte man mit dem Event Friendly Distancing am 14. April 2020 schon, zusätzlich zum jährlichen Termin im Dezember, 147.000 Euro an Spendengeldern für jene gesammelt, die durch die anhaltende Corona-Pandemie besonders betroffen waren.

Während die Esport Factory auf ihren Social-Media-Kanälen exklusive Einblicke hinter die Kulissen des Charity-Events lieferte, ist die gesamte Show nun auf verschiedenen Plattformen, beispielsweise dem YouTube-Kanal PietSmiet, für Interessierte und Fans, die die Spendenaktion verpasst haben, verfügbar. In jedem Fall stellt das Friendly Fire 7 einen neuen, beeindruckenden Eintrag in der Historie dieses Events dar, das besonders deutlich die Potenziale der Gaming-Community aufzeigt, positive Beiträge für die Gesellschaft in Deutschland zu leisten.